Ausstellung: Schonkost und Schlachtplatte |
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Das Thema der Ausstellung "Schonkost und Schlachtplatte" wird von den vier Künstlern und Künstlerinnen: Elisabeth Kamps auf ganz unterschiedliche Art reflektiert. |
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24.09. - 08.10.2006 |
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"Für Dich" - ein herzlicher - und
gleichzeitig "nach"- und "be"-denklicher -
Gruß von Elisabeth Kamps im Eingangsbereich der Galerie. |
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Samuel Mantey konzentriert sich ganz auf den gewachsenen Genuss mit all seine Farbfacetten. Das Portrait des Salatkopfes. Eine Serie von Salatköpfen, jeder einzelne nichts geringeres als eine exakte Momentaufnahme des Verfalls grüner Blätter. Vom in Folie eingeschweißten Kopf bis hin zu den braunen Überresten eines vergammelten Salates in Acryl festgehalten. |
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Sabine Naumann-Cleve feilt mit Ihren "Zerrbildern" am heutigen Frauenbild indem sie Models auf Titelbildern von Frauenzeitschriften überstickt und ihnen somit eine noch unwirklichere Silhouette verpasst. Das BMI auf die Spitze getrieben mittels typisch weiblicher Handarbeit - das Sticken. |
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Aus Gold- und Silberpapierchen von Verpackungen süßer Köstlichkeiten stellt Naumann-Cleve zarte Objekte her, Cocons oder Hüllen von Körpern ("verpuppt, geschlüpft und fortgeflogen...?). |
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Papier aus Frauenzeitschriften und Diätbücher bilden die Grundlage der "Corsagen" von Naumann-Cleve, die durch ihr verzerrtes Idealmaß und die Steife des Papiers die Enge des verrutschten Frauenbildes erahnen lässt. |
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Martina Sigmund-Servetti bietet den Besuchern die "echte" Schlachtplatte aus Silikonwürstchen, die mit allerlei Füllmaterial gestopft sind (mehrwert, mährwert, nährwert?), welches auch Nahrungsmitteltechnikern nicht fremd ist. Materialien, die eigentlich nicht zum Verzehr bestimmt sind und schon gar nicht dem Bild von Lebensmitteln entsprechen. Und trotzdem sind diese Materialien allseits beliebte Lückenfüller der industriellen Nahrungsherstellung und als Lebensmittel getarnte Leckerbissen für die Verbraucher. |
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Gewagte Gaumenfreuden? Spontane Aktion anlässlich der Vernissage am 24.09.06 von Rainer Matuschek: "Die gebrannte Sau". |
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Der "produzent" Günther Zitzmann (links) gewohnt souverän und eloquent bei der Einführung in die Ausstellung... |
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...sowie "produzenten" und Besucher beim "posing" für die Presse in der "guten Stube" der Galerie. |
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Presseresonanz |
Heilbronner Stimme v.
06.10.2006 |
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Ich hab dich zum Fressen gern |
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Köstlichkeiten von fünf Von Leonore Welzin Lebkuchenherzen über Lebkuchenherzen baumeln an den Wänden des Kellerraums der Produzentengalerie B27. Einstmals Schlacht- und Räucherraum einer Metzgerei, empfangen die Köstlichkeiten von Elisabeth Kamps den Besucher mit Botschaften wie "fade", "luftleer", "gleichgültig", "gefühllos", "abgekühlt" und "gesättigt". Statt wohl mundender Bekenntnisse in runden Sätzen à la "Dein ist mein ganzes Herz!" oder "Ich liebe Dich" verweist die Künstlerin beherzt auf Gefühlswerte der Wohlstandsgesellschaft. |
"Schlachtplatte und Schonkost"- schräg und abgedreht die
Vorgabe, liegt der Reiz der themengebundenen Ausstellungen der
Produzentengalerie B27 in Offenau in der Unterschiedlichkeit, mit denen
die eingeladenen Künstler sich des Themas annehmen.
Verpackt ins Wortspiel "mehrwert-mährwert-nährwert" bietet die Porzellan-Designerin Martina Sigmund-Servetti ihre fettfreie und geruchsneutrale Schlachtplatte (Brat-, Blut- und Leberwurst, Mett-Enden aus Rinderkranzdarm, Silikon, Gummibärchen und Diversem) zum Tausch an. Als Gegenleistung für das herzhafte trompe l'oeuil schlägt sie die Finanzierung einer Biogemüsekiste für 16 Wochen vor. Apropos Gemüse: Das Acryl-Grün der großen Salatquadrate von Samuel Mantey, die brillant gemalt, den Verfall des zarten Blattgemüses in mehreren Stadien dokumentieren, kommt vor dem Hintergrund des "rosa Raumes" noch strahlender zur Geltung als vor weißen Ausstellungswänden. |
![]() Lebkuchenherz von Elisabeth Kamps. (Foto: Leonore Welzin) Sein Künstlerkollege Rainer Matuschek zündelt mit dem Sparschwein. Auf einem Metallpodest, bespickt mit zehntausend Streichhölzern, entflammt der Neopyromane das Plastiktier bei Einbruch
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der Dunkelheit. Flink
gelöscht, kann die "abgebrannte Sau" im Februar 2007
ersteigert werden - der Erlös geht an die HSt-Aktion "Menschen in
Not".
"Ich hab dich zum Fressen gern" - lebensgroße, hautenge Etuikleider aus glatt gestrichenem, glänzendem Stanniolpapier verspeister Weihnachtmänner, Ostereier und Lila Kühe, appliziert auf kopflose, hohle Figuren in einer Plastiklegierung: In verschiedenen Werkreihen kommentiert Sabine Naumann-Cleve den weiblichen Schlankheitswahn zwischen Naschlust und Fressorgie, Kalorienzählen und Magersucht da. Eine bemerkenswerte Ausstellung, die nebenbei reichhaltige Aspekte der Kunstgeschichte anreißt. |
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produzentengalerie B27 e.V. * D 74254 Offenau * Hauptstraße 8a |
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Telefon: 0179 - 2030857 |
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web:www.produzentengalerieb27.de / eMail: [stefan@aritzona.de] |
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Öffnungszeiten: Während der Ausstellungszeiten sonntags 14 bis 19 Uhr und nach Vereinbarung |
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© produzentengalerie B27 e.V., D
74254 Offenau |
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