Ausstellung: Kazuyo Tokunaga

Last but not least: Mit der Ausstellung der japanischen Künstlerin Kazuyo Tokunaga schließt sich der Kreis der Ausstellungsreihe 2007 "Junge Kunst aus dem Ausland" der Produzentengalerie B27.

Die Künstlerin präsentierte Rauminstallationen, die im ästhetischen Verständnis und in der Naturverbundenheit ihrer asiatischen Heimat wurzeln.

 

Die Kunsthistorikerin Dr. Susanne Kaeppele, Mannheim, erläuterte anlässlich der Vernissage am 22. Sept. 2007 die Werke und vermittelte einfühlsam Einsichten, die aus der Verbindung von Kunst und Natur in den Werken Kazuyo Tokunagas entstehen.

[Presseresonanz]
[Impressionen]

22.09./23.09./30.09./07.10. 2007


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Presseresonanz

Heilbronner Stimme v. 04.10.2007
Artikel von Leonore Welzin

Von Leonore Welzin
Internationale Kunst hat sich die kleine Produzentengalerie B 27 in Offenau für das Jahr 2007 vor- genommen und zeigt nach der Ko- reanerin Eui-Suk Cho und den Fran- zosen Anne Brégeaut, Fabien Harel sowie Anne-Marie Rognon als dritte Ausstellung wieder eine Künstlerin aus Fernost: Kazuyo Tokunaga.
  Die Japanerin aus Osaka, die in To- kio sowohl Kunst als auch Kunstge- schichte studierte, hat in Paris "Über den Begriff Natur in der Gegenwarts- kunst" promoviert. Obwohl sie seit 25 Jahren in Europa lebt, wurzeln ihre Arbeiten stark im ästhetischen Verständnis und der Naturverbundenheit ihrer asiatischen Heimat.

Kazuyo Tokunaga, Foto: Lore Welzin

Symbolik "Installationen" nennt sie ihre Präsentation, die - mit der me- ditativen Strenge und der vieldeuti- gen Symbolik von Teezeremonie und Ikebana vergleichbar - sich durch höchste Reduktion auszeichnet und eine Balance zwischen Natur und Kultur sucht.
   Schneeweiß die Räume, be- schränkt sich die Künstlerin im We- sentlichen auf Unfarbiges. Auf vier grauen Pflastersteinen ruht ein silber- matter Metallreif aus dem sich dünne Ästchen nach oben recken. Um die- sen quasi magischen Zirkel liegen, wie zufällig verstreut, kleine Gipsab- drücke. Die Zahl Vier, die Farbe Weiß, die Kreisform sind Symbole für Leben und Tod, die Gipsbrocken sind Abdrücke der Innenhand, die als Relikt einer einfachen Handlung menschliche Energie repräsentieren.   
Äste, meist dürr und unbelaubt, so- wie Bäume sind ein Element, das in Tokunagas Werk wiederholt auf- taucht. Auch in einer Diaschau, in der das leicht bläulich getönte Laub durch
feine weiße Linien überzeichnet, schließlich in einem undurchdringli- chen Nebel eines hauchfeinen weißen Strichmusters verschwindet.   
   Ein Raum ist dem Reis gewidmet: eine Linie aus Körnchen in Augenhö- he rundum an der Wand, eine weitere auf einem der harten, glänzenden Rei- fen sowie ein Häuflein unter dem ge- öffneten Fenster. Der Reis, Hauptnahrungsmittel Asiens und Kraftspeicher, kann ohne Licht nicht gedeihen.
   Manches gibt Rätsel auf und zwingt gerade deshalb zum intensiven Hin- schauen, das im Idealfall einen Denk- anstoß bewirkt. Vieles scheint so selbstverständlich, dass man geneigt ist, die Absicht dahinter zu überse- hen. Die Fenster der Produzentenga- lerie B 27 sind nicht zufällig offen, Tokunaga hat sie geöffnet, weil sie ganz bewusst den Blick von den farblos- weißen Innenräumen auf die prächtigen Herbstfarben draußen lenken will: Goldgelb die Baumkronen und Tiefrot der Wilde Wein - welch gelungenes Zusammenspiel von Natur und Kultur.

Impressionen

Fotos: Bernhard Stumpfhaus


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