Ausstellung: Eui-Suk Cho

Die produzentengalerie B27 hat sich im Jahr 2007 der internationalen Kunst verschrieben. Durch Vermittlung der "produzentin" Elisabeth Kamps konnte die gebürtige Koreanerin Eui-Suk Cho für die Eröffnung des Ausstellungsreigens 2007 gewonnen werden. 

Ein Kunststudium an der Ghu-Gye-Universität, Seoul, sowie bei Christian Boltanski (Paris École des Beaux-Arts) standen am Beginn der künstlerischen Laufbahn von Eui-Suk Cho. Ausstellungen in den Metropolen dieser Welt kennzeichnen den weiteren beruflichen Weg der 38-jährigen. 

Eui-Suk Cho - Performance 'der Spaziergang des Pferdes..'

Nach einer 10-tägigen Arbeit vor Ort in der produzentengalerie B27 war die Vernissage am 14. April ein grandioser Auftakt: Nach Ausstellungen in New York, Paris, Madrid, Izmir und anderen Großstädten bot die Künstlerin in der kleinen Galerie in Offenau ein Spektrum an Kreativität und Sinneseindrücken, wie es sonst nur in Galerien der Metropolen zu finden ist.

[Impressionen]
[Presseresonanz]

14./22./29. April 2007


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Impressionen

Eui-Suk Cho zeichnet mit Kreidestrichen die Spur des Pferdes

Promenade de cheval à Offenau 2007 (Spaziergang des Pferdes in Offenau)

Ein beschädigtes Spielzeugpferd, vor Jahren von Eui-Suk Cho auf einem Flohmarkt erworben und danach mit einer auffälligen roten Beinbinde repariert, hinterlässt mit seinen Spaziergängen Spuren auf dieser Welt. Kreidestriche in unterschiedlichen Farben markieren, nach New York, Paris und anderen Orten, jetzt den Weg des Pferdes durch Offenau ....

 

...bis zur produzentengalerie B27, wo die Performance ihren Abschluss fand. Das Pferd ist zwischenzeitlich weiter gezogen. Die Spuren in der Galerie bleiben.
Das Pferd mit der roten Beinbinde Die Spuren des Pferdes in der Galerie

' La veste' - Die rote Jacke La veste (Die Jacke)

Die "rote Jacke" ist eines der Frühwerke der Künstlerin.

Eui-Suk Cho hat den Raum für die Ausstellung selbst gestrichen. Den Raum kennzeichnet ein ganz besonderes Licht: Er erscheint auf den ersten Blick neblig weiß und ist gleichzeitig dennoch klar und hell leuchtend - fast außerirdisch. Weißes Licht, von dem man den Eindruck hat, man könnte es mit Händen greifen. In einer Ecke ist eine knallig rote Jacke platziert. Einer der Jackenknöpfe ist anders. Er zeichnet die Jacke als einmalig aus - und deren Träger.

 

Peau de fleurs à Offenau 2007 (Blumenhaut)

Spontan, kreativ und (selbst-)ironisch: Angeregt durch ein schmiedeeisernes Tor, gesehen bei einem Spaziergang durch die historische Altstadt von Bad Wimpfen, nadelte Eui-Suk Cho dieses schwungvolle Werk aus eigenen Hautresten an die Wand.

Die Künstlerin Eui-Suk Cho peau de fleurs à Offenau

cheveux 2007

Cheveux 2007 (Haare)

Haare als Rohmaterial, beschafft bei einem Friseur in Offenau, werden von der Künstlerin in einem Ausstellungsraum auf dem Boden drapiert. Das Auge ist von dem eigenwilligen Arrangement verblüfft. Die verschiedensten Déjà-vu-Assoziationen werden angeregt: Von Fotos aus Elektronenrastermikroskopen bis hin zu Science-Fiction-Landschaften.  Erst bei genauem Hinsehen ist das Grundmaterial erkennbar. 

Culotte de ma mére 2004 (Unterhosen von meiner Mutter)

Dieser Videofilm hat eine eigene Geschichte: Wohl aufgrund einer Fehleinschätzung der körperlichen Entwicklung ihrer Tochter, schickt die Mutter der Künstlerin Unterhosen, die um einiges zu groß geraten sind. 

Die Künstlerin setzt dieses Erlebnis mit dem bekannten Kinderspiel "Himmel und Hölle" um: Gekleidet in die "Unterhose von meiner Mutter" wirft sie einen Stein, hüpft, zählt. Der Raum ist leer und dunkel, lediglich die Spielfläche wird durch Licht, welches durch ein mehrfach geteiltes Fabrikhallenfenster fällt, hell ausgeleuchtet. Es ist das Spiel des Lebens - Licht und Dunkel wechseln sich ab - und der Mensch sucht Bestimmung und Gelingen in diesem Wechselspiel.

 

Video 'culotte...'

sans titre

Sans titre (Ohne Titel)

Ein Belag aus Gartenerde, in welchem in geometrischer Anordnung weiße Plastikschalen, die einmal der Fleischverpackung dienten, integriert sind. 

Form, Farbe und Materialien bilden eine für das Auge harmonische Komposition: Trost für die Vergänglichkeit und Hoffnung auf neues Werden?

Fotos: Klaus Ditté 

Presseresonanz

Heilbronner Stimme v. 16.04.2007
Artikel von Leonore Welzin

Galerie B27: Der Welt zu Füßen liegen

Von Leonore Welzin

OFFENAU  Inspiration und Aktion liegen dicht beieinander: Bekommt Eui-Suk Cho von ihrer Mutter eine Unterhose geschickt, die drei Nummern zu groß ist, schlüpft sie in das Kleidungsstück, hüpft damit durch "Himmel und Hölle", zeichnet das Spiel mit Video auf und nennt das Ganze "Culotte de ma mère".

Vergänglichkeit  Eine andere Arbeit der 38-jährigen, zierlichen Koreanerin, die in der Produzentengalerie B27 in Offenau ausstellt, ist eine mit schwarzer, feuchter Erde ausgelegte Fläche. Rund 50 weiße, ebenfalls mit Erde gefüllte Plastikschalen sind in die Fläche eingelassen. "Sans titre", ohne Titel, nennt Cho diese Installation. Tatsächlich handelt es sich um Schalen, in denen im Supermarkt Fleisch und Geflügel verkauft werden: ein Dokument des persönlichen Fleischkonsums als Memento Mori. 

Vor zehn Jahren kam Eui-Suk Cho nach Paris, besuchte dort das Atelier von Christian Boltanski und hat dessen künstlerisches Konzept der rekonstruierten Kindheit, der Vergangenheit und Vergänglichkeit weiterentwickelt.

Mit einem Spielzeugpferd   Mit welcher Beharrlichkeit sie sich ihrer Arbeit verschreibt, zeigt die einstündige Performance "Promenade à cheval". Nicht hoch zu Ross, sondern mit einem kleinen Pferd vom Flohmarkt rutscht die Asiatin auf den Knien über die Straße, zeichnet Tausende von Kreidestrichen als Spur für das Spielzeugtier. Nach Paris, New York, Madrid und Izmir hat sie sich in Offenau der Mühsal unterworfen. Statt zu warten, bis die Kunstwelt ihr zu Füßen liegt, wirft sie sich der Welt zu Füßen.

Info Die für die Produzentengalerie Offenau geschaffenen Räume sind noch am 22. und 29. April, jeweils von 14 bis 19 Uhr, zu betrachten.


zur Adresse

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 produzentengalerie B27 e.V. * D 74254 Offenau * Hauptstraße 8a

 Telefon: 0179 - 2030857

 web:www.produzentengalerieb27.de / eMail: [klaus.ditte@t-online.de]

 Öffnungszeiten: Während der Ausstellungszeiten sonntags 14 bis 19 Uhr und nach Vereinbarung


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