Ausstellung: Antidepressiva

War mächtig was los, auf der Vernissage am 19. November 2006 in Offenau.

Wenig depressiv zeigten sich, trotz des trüben November-Wetters, die Künstler:

aritzona...burkhardt...ditté...funke...kamps...kling...matuschek...moser-petri...spieth...zitzmann

und als Star-Gast: Kerstin Müller

Weitere depressive Termine: Buß- und Bettag 22.Nov. + Totensonntag 26.Nov., jeweils 14-19.00 Uhr.
Auf vielfachen Wunsch Zusatztermin: 3.Dez. 2006

[Impressionen]
[Presseresonanz]


gehe zu: Impressionen

Impressionen

Erste Lichtblicke im trüben (?) November von der Vernissage - oder
"Fragen Sie diesmal lieber nicht Ihren Arzt oder Apotheker" 

Die "produzenten" sind high: Endlich ist die langersehnte Eintragung der produzentengalerieB27 als Verein nach 2 Anläufen geglückt.

Rainer Matuschek Günther Zitzmann Gundula Moser-Petri

1. Vorsitzender

2. Vorsitzender

Schriftführerin

Klaus Ditté Elisabeth Kamps Stefan 'Aritzona' Hans

Kassierer

Beisitzerin

Beisitzer


Performance 'Lachsack' von Kerstin Müller

Glückshormone garantiert:

Performance von Kerstin Müller:
"Lachsack"

anlässlich der Vernissage am 19. November


"Wenn die Gondeln Trauer tragen"

Einige "Smarties" zur Aufhellung (?)
verordnet von "Dr. med." Volker Funke

 

Volker Funke


Elisabeth Kamps

Elisabeth Kamps empfiehlt stattdessen:

"cry on my shoulder"
Tränenschultertücher


Tanja Kling bietet eine

"Patientenbefragung"
garantiert gebührenfrei

Tanja Kling


Ein tiefgründiger Ansatz:

"Der Schöpfer
Arbeiten für den Lebenslauf"

Medienarbeit von Yvonne Spieth


Das Alternativrezept:
Ausstieg / Einstieg in eine phantastische psychedelische Welt in der begehbaren

"Schwarzlicht-Rauminstallation mit Vogelgezwitscher"
von Günther Zitzmann

Günther Zitzmann


Ditté und Hans

Weitere Alternative:
"Trost finden in der Natur"  

Fotografien und Malerei von Klaus Ditté und Stefan 'Aritzona' Hans
als Zen-Erlebnis


Rainer Matuschek 

"Sein Wille geschehe"
Rauminstallation mit sakralen Anklängen

Rainer Matuschek


Doro Burkhardt

Oder vielleicht doch lieber:

"Schwingübungen" 

großformatige Fotografien von Doro Burkhardt


Die interessierte Jugend nimmt es (noch) gelassen....


Fotos: Klaus Ditté  

Presseresonanz

Artikel von Leonore Welzin

 Tipps für Erschöpfte: „Lach Sack!“ und „Nimm Zwei!“
 In der Produzentengalerie B27 in Offenau richten elf Künstler ihr Augenmerk auf „Antidepressiva“
Von Leonore Welzin  

Strahlend Gelb malte er gegen seine Depressionen an: Ährenfelder, Sternennacht und Sonnen­blumen – umsonst. Die Lebensbilanz nur ein verkauftes Bild. Das Leuchtkraftwerk Vincent van Gogh erlosch nach 47 Jahren mit dem Satz: „La tristesse dureras toujours“. Ein visionärer Satz eines erschöpften Schöpfers dessen Bilder zu Lebzeiten verachtet, posthum Rekordpreise erzielen. Die Traurigkeit wird andauern – wer wagt daran zu zweifeln angesichts der wachsenden Kluft zwischen arm und reich. Die Kartoffelesser van Goghs sind das Chips knabbernde Prekariat von heute.  

Auf der Einladungskarte für die Ausstellung „Antidepressiva“ der Produzentengalerie B27 in Offenau präsentiert sich ein Häuflein quietschbunter Hippies in Partystimmung, durchgeknallt und überdreht. Ins Bild gerückt vom Fotografen Klaus Ditté stecken hinter der Karikatur dieser Spaßgesellschaft Stefan Hans Aritzona, Elisabeth Kamps, Rainer Matuschek, Gundel Moser-Petri, Günther Zitzmann und Ditté. Verstärkt durch fünf Gäste nehmen sich elf Künstler im Nebelmonat der gesellschaftlichen Trostlosigkeit an. Setzen, wie einst van Gogh künstlerische Kontrapunkte zur allgemeinen Tristesse. 

„Nimm zwei!“ fordert Zitzmann die Besucher auf und stellt sie vor die Wahl: entweder zur Axt über der Tür zu greifen und einen Tag Holz zu hacken oder auf romantischen Pfaden in seine Dunkelkammer aus Leuchtfarben einzutauchen, in eine erotisch-ironische Zauberwelt voll Vogelgezwitscher und süßer Verlockungen. Warum nicht beides, Axt und süßen Zauber?  

„Lach Sack!“ mit ihrer Performance demontiert Kerstin Müller das Prinzip Jammerlappen. In diversen Tonlagen schlurft und hüpft sie als lebendiger Lachsack durchs Vernissagenpublikum, selbst wenn das Lachen ganz knapp neben dem Heulen liegt, scheint es noch ein Quäntchen Hoffnung zu bergen.

„Sein Wille geschehe“ nennt Matuschek die atmosphärisch dichte Installation im ehemaligen Schlachtraum. Bezug nehmend auf jene, die Halt im Glauben suchen, assoziiert er weltliche und kirchliche Macht, entlarvt deren Insignien wie Kreuz und Kerzen, Samt und Sarg als Mittel der Inszenierung.  

„Wenn die Gondeln Trauer tragen“ – tellergroße bunte Pillen aus Styropor mit einem Gondel-Logo baumeln unter der Decke. Der Künstler und Pädagoge Volker Funke hat nicht nur Beipackzettel studiert, im Rosa Raum setzt er die aktuelle Perspektivlosigkeit arbeitsloser Jugendlicher in Bezug zu Pharmaprodukten. Zukunftsangst springt aus den Portraits vor einer schwarzen Wand. Ein Malbuch dokumentiert das komplexe Unterfangen. 

Ebenfalls mit Anleihen an die Pharmaindustrie stellt Tanja Kling unter dem Titel „Antidepressives Bild mit Eigenbeteiligung – gebührenfrei“ ein ausgeklügelt interaktives Projekt vor. 

Die Ausstellung imponiert neben Performance und Installationen mit einer Reihe kleiner Arbeiten. „Cry on my shoulder“ parodiert Kamps mit einer Kollektion aus „Tränen­schultertüchern“ die allgemeine Larmoyanz. Lyrisch verträumte Objektbildchen hat Moser-Petri vom Pilgerweg aus Spanien mitgebracht und Dorothea Burkhardt empfiehlt Körperbewegung via Großfotos, genannt „Schwingen“. Oberflächenschwingung des Wassers, gemalt versus fotografiert, zeigen Aritzona und Ditté. Last not least spielt das Video von Yvonne Spieth mit dem flüssigen Element als Metapher für einen erschöpften Schöpfer.


zur Adresse

moderne Kunst
in- und ausländischer
Künstler

Malerei + Plastik + Grafik + Fotografie + neue Medien

 produzentengalerie B27 e.V. * D 74254 Offenau * Hauptstraße 8a

 Telefon: 0179 - 2030857

 web:www.produzentengalerieb27.de / eMail: [stefan@aritzona.de]

 Öffnungszeiten: Während der Ausstellungszeiten sonntags 14 bis 19 Uhr und nach Vereinbarung


© produzentengalerie B27 e.V., D 74254 Offenau
Alle Rechte vorbehalten.

zurück zur Übersicht "ausstellungen und projekte"